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Ökologische und ökonomische Stromerzeugung steht für die Energieversorgung Oberstdorf im Vordergrund. So wird ein Großteil des benötigten Stroms aus eigenen, erneuerbaren Energiequellen gewonnen.

Die Energieversorgung Oberstdorf GmbH betreibt drei Wasserkraftanlagen und ist an einer vierten (Wasserkraftwerk Faltenbach) beteiligt.

Wasserkraft

Wasserkraftwerk Warmatsgund

Baujahr: 1989-1992
Max. Wassermenge: 1.450 l/s
Turbine: Voith-Pelton
Nennleistung: 4.800 kW
Nutzbare Fallhöhe: 374 m
Stromerzeugung/Jahr: ca. 12 Mio. kWh

Das Wasserkraftwerk Warmatsgund wurde nach einer langen Baugenehmigungsphase mit abschließender Planung in der Zeit von 1989 bis 1992 errichtet und am 18. September 1992 in Betrieb genommen. Im Winter 2015/16 erhielt das Kraftwerk eine hochmoderne Steuerungselektronik.

Oberbecken Warmatsgund

Ursprünglich als Pumpspeicherkraftwerk konzipiert und gebaut, wurde die Anlage, die bis zu einem Drittel des Energiebedarfs Oberstdorfs regenerativ erzeugt, seit der Einführung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 im Sommer als Laufwasserkraftwerk betrieben. Im Winter wurde zudem Wasser aus dem Speichersee (Oberbecken) genutzt, um Leistungsspitzen zu kompensieren. Hintergrund dieser angepassten Anwendung war das durch das EEG veränderte wirtschaftliche Umfeld, das eine Nutzung als Pumpspeicherkraftwerk unrentabel machte.

Seit 2015 wird das Kraftwerk ganzjährig als Speicherkraftwerk mit natürlichem Zufluss genutzt, um in der gemeinsamen Energiebeschaffung mit der AllgäuStrom-Einkaufskooperation flexibel auf Strompreisschwankungen reagieren zu können. Die dadurch verbesserten Einkaufs-konditionen wirken sich auch auf die Strompreise der Kunden der Energieversorgung Oberstdorf positiv aus. Für eine dauerhafte flexible Nutzung mit mehrmaligem Anfahren und Abschalten im Tagesverlauf war die Technik der Anlage jedoch nicht ausgelegt und so entschied man, das Kraftwerk entsprechend anzupassen.

Mit dem Umbau durch die Energieversorgung Oberstdorf in Zusammenarbeit mit dem Turbinenspezialisten Troyer aus Südtirol ist es nun in nur drei Wochen Bauzeit gelungen, das Kraftwerk mithilfe modernster Steuerungselektronik für den flexiblen Betrieb umzurüsten. Dank des Umbaus ist die Anlage nun flexibler im Lastwechsel, verfügt über etwa drei Prozent mehr Leistung und einen höheren Automatisierungsgrad bei gleichzeitig geringeren Betriebskosten und mehr Betriebssicherheit. Alle Steuerelemente sind nun zentral angeordnet, was die Steuerung und Wartung massiv erleichtert. Zudem kann die Anlage nun auch aus der Ferne gewartet und gesteuert werden.

Aktuelle Neuigkeiten rund um das Kraftwerk bieten die folgenden Links:

Beitrag: zekHYDRO Fachmagazin für Wasserkraft - KW Warmatsgund liefert Regelenergie
Beitrag: Intelligenter Energiehandel mit dem Wasserkraftwerk Warmatsgund
Beitrag: Neue, moderne Steuerung im Wasserkraftwerk Warmatsgund

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Wasserkraftwerk Trettach I

Baujahr: 1959
Max. Wassermenge: 4.000 l/s
Turbine: Storek-Kaplan
Nennleistung: 320 kW
Nutzbare Fallhöhe: 10 m
Stromerzeugung/Jahr: ca. 2 Mio. kWh

Für eine ökologische Durchgängigkeit (Fischaufstieg) wurde das Wasserkraftwerk Trettach I im Jahr 2009 mit einer Umgehungsgerinne verbessert.

Wehranlage Obere Mühle
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Wasserkraftwerk Faltenbach

Baujahr: 2011
Max. Wassermenge: 690 l/s
Turbine: Pelton, vierstrahlig
Nennleistung: 1.600 kW
Nutzbare Fallhöhe: 270 m
Stromerzeugung/Jahr: ca. 4 Mio. kWh

Das Wasserkraftwerk Faltenbach wurde nach knapp zehnjähriger Planung und Prüfung sowie zweijähriger Bauzeit am 28. Oktober 2011 offiziell eingeweiht.

Ansicht Generator

Mit der Realisierung des Kraftwerks Faltenbach konnte die alte Wasserkraftanlage Kühberg aus dem Jahr 1928 zu einer modernen und leistungsstarken Energiequelle für die Oberstdorfer Bevölkerung ausgebaut werden. Durch die Maßnahme wurde der Anteil an regenerativen Energien an der Gesamtstromerzeugung auf über 50% gesteigert.

Als Fassungsbauwerk wurde ein sogenanntes Tiroler Wehr im Bereich der Faltenbachquellen neu errichtet. Das Wasser gelangt von dort über eine Druckrohrleitung mit 600 mm Durchmesser, die im Tobel unter dem Weg und ab dem Waldrand unter den Wiesen verlegt ist, zum Turbinenhaus östlich der Mühlenbrücke, wo es in einer vierstrahligen Peltonturbine mit maximal 1,6 MW Leistung abgearbeitet wird. Die durchschnittliche Jahreserzeugung beträgt 4 Millionen Kilowattstunden.

Der gesamte Bau wurde landschaftspflegerisch und ökologisch begleitet, so dass von den Baumaßnahmen bereits heute fast nichts mehr zu erkennen ist. Die Restwassermenge ist durch behördlichen Bescheid festgelegt und wird konsequent eingehalten.

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Wasserkraftwerk Illerurpsrung

Baujahr: 2018/2019
Max. Wassermenge: 5,8 m³/s
Turbine: 2xFrancis
Nennleistung: 1.854 kW
Nutzbare Fallhöhe: 38 m
Länge Druckrohrleitung: GFK DN1800 2,35 km
Stromerzeugung/Jahr: ca. 6,3 Mio. kWh

Das Wasserkraftwerk Illerursprung wurde 2019 in Betrieb genommen.

Krafthaus Illerursprung

Als traditionsreiches Oberstdorfer Unternehmen haben wir dieselben Wurzeln wie unsere Kunden und verfolgen die gleichen Ziele: Der Erhalt unserer hohen Lebensqualität und ein wertschätzender Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.

Wir sind uns unserer Verantwortung als regionaler Dienstleister bewusst und wollen mit Engagement und Innovation die Wertschöpfung unserer Heimat steigern und für kommende Generationen erhalten.

Die Stromgewinnung aus eigenen regenerativen Quellen hat in Oberstdorf eine lange Tradition. Bereits vor über 100 Jahren wurden an der Trettach Wasserkraftwerke betrieben. Das Kraftwerk der Energieversorgung Oberstdorf GmbH mit dem Namen Trettach II wurde nun durch ein modernes und deutlich effizienteres Laufwasserkraftwerk ersetzt. Die Wasserfassung am bestehenden Standort in der Hermann-von-Barth-Straße wurde neu gebaut. Die Rohrleitung führt von der Fassung unterirdisch zum neuen Krafthaus im Weidach, die Wiedereinleitung des Wassers erfolgt 440 Meter unterhalb des Illerursprungs. Durch diesen neuen Standort erhöhte sich die so genannte Fallhöhe des Wassers, dadurch kann mehr Strom erzeugt werden. Das alte Kraftwerk Trettach II produzierte jährlich 1,5 Mio. Kilowattstunden (kWh), das neue Kraftwerk Illerursprung wird 6,3 Mio kWh erzeugen. Damit erhöht sich der Anteil an selbst erzeugter regenerativer Energie in Oberstdorf von derzeit 44% auf zukünftig 52%. Rechnerisch können damit weitere 1.450 Haushalte klimaneutral mit Strom versorgt werden. Seit Februar ist das Kraftwerk Illerurspung in Betrieb.

Zur Umsetzung dieses Projekts wurde die „Kraftwerke Illerursprung GmbH & Co. KG“ (KWI) gegründet, an der die Energieversorgung Oberstdorf GmbH (EVO) zu 45% und die Kraftwerke Oberstdorf GmbH & Co. KG (KWO) zu 55% beteiligt sind. An der KWO sind je zur Hälfte die Unternehmensgruppe Geiger und der Verein der Oberstdorfer Rechtler beteiligt. Die Geschäftsführer der KWI Hans-Peter Hagenauer und David Huber sind sich einig: „Alle beteiligten Firmen arbeiteten mit Hochdruck an der Fertigstellung und schafften diese in der schnellen Bauzeit von gut einem Jahr.“

Die Koordination aller Hoch- und Tiefbauarbeiten inklusive der Rohrverlegung erfolgte durch die treibende Kraft der Oberstdorfer Fima „Geiger Schlüsselfertigbau GmbH & Co. KG“, die das gesamte Projekt als Generalunternehmer übernommen hat. Die Projektleiterin Vanessa Baumgärtner betont: „Der Familie Geiger ist die Nutzung lokaler Ressourcen zur Energieproduktion ein wichtiges Anliegen, weswegen große Bemühungen zur Umsetzung des Projekts angestellt werden.“ Mit dem Abstellen der Turbine von Trettach II und dem Ausfischen des alten Ausleitungskanals startete das Projekt Illerursprung in die Bauphase. Zu Beginn der Arbeiten wurde die alte Wehranlage abgerissen. Dort entstand nun ein neues luftgefülltes Schlauchwehr, das bei Hochwasser abgelassen werden kann. Für die aufwärts wandernden Fische wurde am Fassungsbauwerk ein Umgehungsgerinne errichtet. Als Abstiegsmöglichkeit für die Fische dient die Wasserkraftschnecke an der Wehranlage des Fassungsbauwerks. Diese nutzt zusätzlich die Restwasserabfuhr zur Stromproduktion. Im Zuge des Neubaus verbleibt trotz der Ausbauwassermenge deutlich mehr Wasser in der alten Ausleitungsstrecke der Trettach. „Die Restwassergewinnung der Ausleitungsstrecke erfolgt mit 240 l/s über die Fischaufstiegsanlage und zusätzlich jahreszeitlich bedingt mit jeweils 600, 1.060 oder 1.560 l/s über die Wasserkraftschnecke. Für die Fische bleibt am Mündungsbereich des alten Trettachkanals außerdem ein rund 50 Meter langer Abschnitt als natürlicher Rückzugsort erhalten“, sagt EVO-Projektleiter Bastian Morell.

Mit dem Beginn der Rohrverlegung und der Erschließung der Baustelle am Krafthaus wurden zwei weitere Baubereiche eröffnet, deren Planung das Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch aus Kempten übernahm. Der Fokus lag dabei auf der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit der Anlage. Die Tiefenlage der Druckrohrleitung wurde optimiert und außerhalb des Ortskerns sowie bei der Unterquerung der Trettach wurden die möglichen Grundwasserstände berücksichtigt, um auf Auftriebssicherungen verzichten zu können. Für die 2,5 km lange Rohrleitung - die ein Gefälle von rund 38 Metern überwindet -wurde ein besonders schlagbeständiges Druckrohr verwendet. Bei vollem Wasserdargebot strömen bis zu 5,8 m³/s von der Wasserfassung in der Hermann-von-Barth-Straße zur Turbine im Krafthaus an der Iller. Im Hinblick auf die Maschinen wurden Spezialisten von Franken bis nach Südtirol ins Allgäu geholt. Sie setzen auf zwei unterschiedlich groß dimensionierte Turbinen, die das jahreszeitlich bedingt schwankende Wasserdargebot möglichst effektiv verwerten können.
Das neue Krafthaus fügt sich optisch in das Landschaftsbild ein. Der Hauptraum ist nach außen hin fast komplett verglast und enthält das Herzstück: die beiden unterschiedlich großen, in blauen Gehäusen montierten Turbinen. Die Hausfassade ist mit Holzlatten verkleidet.
Das Projekt Kraftwerk Illerursprung hat für die Oberstdorfer Bürger einen hohen Nutzen, denn durch seine Realisierung wurden gleich drei offene Projekte miteinander kombiniert. Zum einen der Neubau des Kraftwerkes mit der Erhöhung der regenerativ erzeugten Energie, zum anderen sichert das Schlauchwehr aber auch den Hochwasserschutz an der Trettach. Da die alte Wehranlage mit einer Wehrklappe aus Stahl die heutigen Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht mehr erfüllt hat, wäre ohnehin die Errichtung eines Schlauchwehres erforderlich geworden. Und ein dritter Effekt des Neubaus der Wehranlage ist, dass im Zuge dessen die schon lange geplante Sanierung der Hermann-von-Barth-Straße umgesetzt wurde.

Publikationen zum Kraftwerk Illerursprung
Im Fachmagazin für Wasserkraft "zek Hydro" erschien in der Juni-Ausgabe ein Beitrag zu unserem neuen Wasserkraftwerk Illerursprung.
zek Hydro Ausgabe Juni Seite 52
zek Hydro Ausgabe Juni Seite 53 und 54

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Einlaufbauwerk Kraftwerk Faltenbach
Einlaufbauwerk Kraftwerk Faltenbach
Pumpspeicherkraftwerk Warmatsgund
Pumpspeicherkraftwerk Warmatsgund

Weiterhin speisen sieben private Wasserkraftbetreiber in das örtliche Netz ein.

Weitere Wasserkraftwerke in privater Hand:

Arpogaus (Stillach)
185 kW mit 400.000 kWh Jahresarbeit, errichtet 1998

Geiger GbR (Trettachkanal)
127 kW mit 500.000 kWh Jahresarbeit, errichtet 1961

Oybele (Trettach)
220 kW mit 1.000.000 kWh Jahresarbeit, errichtet 1998

Spielmannsau
56 kW mit 200.000 kWh Jahresarbeit, errichtet 1964

Birgsau
20 kW mit 130.000 kWh Jahresarbeit, errichtet vor 1939

Haseltopf (Trettach)
180 kW mit 800.000 kWh Jahresarbeit, errichtet 1998

Einödsbach (Bacherlochbach)
15 kW mit 100.000 kWh Jahresarbeit, errichtet 1912

Blockheizkraftwerk
Blockheizkraftwerk
Spitzenlastkessel
Spitzenlastkessel

Blockheizkraftwerk

Blockheizkraftwerk in der Oberstdorf Therme:

  • Gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme
  • Nennleistung thermische Energie: 374 kWth
  • Nennleistung elektrische Energie: 240 kWel
  • Stromerzeugung pro Jahr : 1,7 Mio. kWh
  • Anzahl der Anschlüsse: ca. 25 (Stand: November 2015)
  • Länge des Leitungsnetzes: ca. 1km (Stand: November 2015)
  • Primärenergie: Erdgas

Spitzenlastkessel:

  • 2 Stück
  • Nennleistung: jeweils 4.300 kW

Pufferspeicher:

  • 1 Stück
  • Fassungsvermögen: 20.000 l

Der EVO Energieträgermix

Energiemix Basisjahr 2021
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Energiemix Basisjahr 2021

Kundeninformation über den Energieträgermix der Energieversorgung Oberstdorf GmbH

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zek Hydro Ausgabe Juni Seite 52
zek Hydro Ausgabe Juni Seite 52
zek Hydro Ausgabe Juni Seite 53 und 54
zek Hydro Ausgabe Juni Seite 53 und 54

Publikationen zu unseren Anlagen

Im Fachmagazin für Wasserkraft "zek Hydro" erschien in der Juni-Ausgabe ein Beitrag zu unserem neuen Wasserkraftwerk Illerursprung.

Oberbecken Warmatsgund
Kraftwerk Trettach II
Unterbecken Warmatsgund
Kanal Trettach II
Krafthaus Warmatsgund
Kraftwerk Trettach II
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