Neues Wasserkraftwerk Illerursprung ist in Betrieb

Über 50% der in Oberstdorf verbrauchten Energie werden in Oberstdorf nun selbst erzeugt

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Die Stromgewinnung aus eigenen regenerativen Quellen hat in Oberstdorf eine lange Tradition. Bereits vor über 100 Jahren wurden an der Trettach Wasserkraftwerke betrieben. Das Kraftwerk der Energieversorgung Oberstdorf GmbH mit dem Namen Trettach II wurde nun durch ein modernes und deutlich effizienteres Laufwasserkraftwerk ersetzt. Die Wasserfassung am bestehenden Standort in der Hermann-von-Barth-Straße wurde neu gebaut. Die Rohrleitung führt von der Fassung unterirdisch zum neuen Krafthaus im Weidach, die Wiedereinleitung des Wassers erfolgt 440 Meter unterhalb des Illerursprungs. Durch diesen neuen Standort erhöhte sich die so genannte Fallhöhe des Wassers, dadurch kann mehr Strom erzeugt werden. Das alte Kraftwerk Trettach II produzierte jährlich 1,5 Mio. Kilowattstunden (kWh), das neue Kraftwerk Illerursprung wird 6,3 Mio kWh erzeugen. Damit erhöht sich der Anteil an selbst erzeugter regenerativer Energie in Oberstdorf von derzeit 44% auf zukünftig 52%. Rechnerisch können damit weitere 1.450 Haushalte klimaneutral mit Strom versorgt werden. Seit Februar ist das Kraftwerk Illerurspung in Betrieb.

Zur Umsetzung dieses Projekts wurde die „Kraftwerke Illerursprung GmbH & Co. KG“ (KWI) gegründet, an der die Energieversorgung Oberstdorf GmbH (EVO) zu 45% und die Kraftwerke Oberstdorf GmbH & Co. KG (KWO) zu 55% beteiligt sind. An der KWO sind je zur Hälfte die Unternehmensgruppe Geiger und der Verein der Oberstdorfer Rechtler beteiligt. Die Geschäftsführer der KWI Hans-Peter Hagenauer und David Huber sind sich einig: „Alle beteiligten Firmen arbeiteten mit Hochdruck an der Fertigstellung und schafften diese in der schnellen Bauzeit von gut einem Jahr.“

Die Koordination aller Hoch- und Tiefbauarbeiten inklusive der Rohrverlegung erfolgte durch die treibende Kraft der Oberstdorfer Fima „Geiger Schlüsselfertigbau GmbH & Co. KG“, die das gesamte Projekt als Generalunternehmer übernommen hat. Die Projektleiterin Vanessa Baumgärtner betont: „Der Familie Geiger ist die Nutzung lokaler Ressourcen zur Energieproduktion ein wichtiges Anliegen, weswegen große Bemühungen zur Umsetzung des Projekts angestellt werden.“ Mit dem Abstellen der Turbine von Trettach II und dem Ausfischen des alten Ausleitungskanals startete das Projekt Illerursprung in die Bauphase. Zu Beginn der Arbeiten wurde die alte Wehranlage abgerissen. Dort entstand nun ein neues luftgefülltes Schlauchwehr, das bei Hochwasser abgelassen werden kann. Für die aufwärts wandernden Fische wurde am Fassungsbauwerk ein Umgehungsgerinne errichtet. Als Abstiegsmöglichkeit für die Fische dient die Wasserkraftschnecke an der Wehranlage des Fassungsbauwerks. Diese nutzt zusätzlich die Restwasserabfuhr zur Stromproduktion. Im Zuge des Neubaus verbleibt trotz der Ausbauwassermenge deutlich mehr Wasser in der alten Ausleitungsstrecke der Trettach. „Die Restwassergewinnung der Ausleitungsstrecke erfolgt mit 240 l/s über die Fischaufstiegsanlage und zusätzlich jahreszeitlich bedingt mit jeweils 600, 1.060 oder 1.560 l/s über die Wasserkraftschnecke. Für die Fische bleibt am Mündungsbereich des alten Trettachkanals außerdem ein rund 50 Meter langer Abschnitt als natürlicher Rückzugsort erhalten“, sagt EVO-Projektleiter Bastian Morell.

Mit dem Beginn der Rohrverlegung und der Erschließung der Baustelle am Krafthaus wurden zwei weitere Baubereiche eröffnet, deren Planung das Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch aus Kempten übernahm. Der Fokus lag dabei auf der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit der Anlage. Die Tiefenlage der Druckrohrleitung wurde optimiert und außerhalb des Ortskerns sowie bei der Unterquerung der Trettach wurden die möglichen Grundwasserstände berücksichtigt, um auf Auftriebssicherungen verzichten zu können. Für die 2,5 km lange Rohrleitung - die ein Gefälle von rund 38 Metern überwindet wurde ein besonders schlagbeständiges Druckrohr verwendet. Bei vollem Wasserdargebot strömen bis zu 5,8 m³/s von der Wasserfassung in der Hermann von-Barth-Straße zur Turbine im Krafthaus an der Iller. Im Hinblick auf die Maschinen wurden Spezialisten von Franken bis nach Südtirol ins Allgäu geholt. Sie setzen auf zwei unterschiedlich groß dimensionierte Turbinen, die das jahreszeitlich bedingt schwankende Wasserdargebot möglichst effektiv verwerten können.
Das neue Krafthaus fügt sich optisch in das Landschaftsbild ein. Der Hauptraum ist nach außen hin fast komplett verglast und enthält das Herzstück: die beiden unterschiedlich großen, in blauen Gehäusen montierten Turbinen. Die Hausfassade ist mit Holzlatten verkleidet.
Das Projekt Kraftwerk Illerursprung hat für die Oberstdorfer Bürger einen hohen Nutzen, denn durch seine Realisierung wurden gleich drei offene Projekte miteinander kombiniert. Zum einen der Neubau des Kraftwerkes mit der Erhöhung der regenerativ erzeugten Energie, zum anderen sichert das Schlauchwehr aber auch den Hochwasserschutz an der Trettach. Da die alte Wehranlage mit einer Wehrklappe aus Stahl die heutigen Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht mehr erfüllt hat, wäre ohnehin die Errichtung eines Schlauchwehres erforderlich geworden. Und ein dritter Effekt des Neubaus der Wehranlage ist, dass im Zuge dessen die schon lange geplante Sanierung der Hermann-von-Barth-Straße umgesetzt wurde.

Krafthaus Illerursprung
Laufrad
Im Krafthaus
Fassungsbauwerk an der Trettach
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