Anpassung des Trinkwasserpreises

Informationen und Details zur Erhöhung des Trinkwasserpreises zum 1. Januar 2016

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Die lückenlose Versorgung der Oberstdorfer Bürger mit Trinkwasser ist neben der Bereitstellung von Löschwasser zu jeder Zeit und das Vorhalten von Notversorgungsanlagen die wichtigste Aufgabe der Wasserversorgung Oberstdorf GmbH (WVO) und ihrer Mitarbeiter. Eine zugleich hochkomplexe Aufgabe, die ständige Investitionen zur Instandhaltung und Erneuerung der Versorgungseinrichtungen erfordert. Aufgrund wichtiger anstehender Investitionen beschloss der Marktgemeinderat im November 2015 eine Anpassung des Wasserpreises zum 1. Januar 2016.

Für die Versorgung der Gemeinde mit Trinkwasser in bester Qualität spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle. Dazu gehören der Schutz des Gewinnungsgebietes, die Tiefbrunnen, Hochbehälter, Pumpstationen, das Versorgungsnetz und die Prozessleittechnik. Ein Hauptaugenmerk richtet sich selbstverständlich auch auf die Hygiene im gesamten Versorgungsprozess. Regelmäßige Überprüfungen sowie entsprechende Sanierungsmaßnahmen sind daher höchstes Gebot. 

Neben dem Schutz des Gewinnungsgebiets mit fünf Brunnen im Trettachtal südlich vom Christlesee sowie einer möglichen Ausweitung des Schutzgebietes ist auch der Hochwasserschutz an der Trettach, besonders im Bereich der Truppersoy-Brücke, von großer Bedeutung.

Das im Gewinnungsgebiet geförderte Wasser fließt in den Hochbehälter Burgstall, aus dem die Gemeindegebiete und Ortsteile versorgt werden. Viele weitere Hochbehälter im Gemeindegebiet sind – außer der neuen Anlage in Schöllang – alt oder mittel- bis langfristig sanierungsbedürftig. Sie haben teilweise offene Wasserkammern, sind nicht an das Stromnetz angeschlossen. Zudem sind die Behälter für den aktuellen Bedarf meist zu klein dimensioniert. Für einige der Behälter, z. B. Stützl, Falkenberg und Räpple, empfiehlt sich ein Neubau; andere werden entsprechend saniert.

Aufgrund der relativ hohen Wasserverluste forderte das Landratsamt Oberallgäu den Markt Oberstdorf auf, diese zukünftig zu reduzieren. Die Wasserversorgung Oberstdorf geht diese Aufgabe an und entwickelte dazu ein umfangreiches Sanierungskonzept.

Die Hauptursachen für die hohen Verluste sind im Leitungsnetz zu finden. Unter unseren Straßen, Wegen und Grundstücken im Gemeindegebiet liegen knapp 150 km Wasserleitungen. Eine Überprüfung ergab, dass 33,8 km der Rohre dringend sanierungsbedürftig sind und ausgetauscht werden müssen. Viele der Leitungen haben ihr Lebensalter erreicht und die damals verwendeten Rohrmaterialien entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Sie müssen durch neue Rohre aus Temperguss oder HD-PE ersetzt werden. Weiterhin sind die Rohre für den aktuellen und zukünftigen Bedarf unterdimensioniert und müssen den heutigen Standards angepasst werden. Auch die Lage der Leitungen ist häufig problematisch. Leitungen, die – entsprechend den damaligen Standards – ohne weitere Schutzmaßnahmen nahe von Gewässern verlegt wurden, stehen ebenfalls im Fokus des Sanierungskonzeptes. Infolge von natürlichen Bewegungen des Untergrundes kann es hier zu Belastungen für das Rohr kommen.

Eine Besonderheit in Oberstdorf sind die über 30 sogenannten Dorfbrunnen im Ortsbereich sowie weitere auf den Viehweiden um Oberstdorf herum. Die Brunnen wurden bisher direkt aus dem Leitungsnetz ohne Zählung versorgt und die Wassermengen den Wasserverlusten zugerechnet. Durch den Einbau von Zählern werden diese Wassermengen zukünftig in der Statistik berücksichtigt.

Mit dem Sanierungskonzept soll eine größtmögliche Versorgungssicherheit mit Trinkwasser der höchsten Güte erreicht werden. Die daraus resultierenden Maßnahmen wie die Erweiterung des Schutzgebietes, der Hochwasserschutz, die Sanierung der Hochbehälter und die Erneuerung der Leitungen setzen daher in den kommenden Jahren hohe Investitionen voraus. Allein für die Leitungsnetzerneuerung sind bis zum Jahr 2020 jährlich 750.000 Euro angesetzt. Die Leitungserneuerung ist jedoch ein dauerhafter Prozess, der nie zum Erliegen kommt, denn kontinuierlich müssen Leitungsteile erneuert werden. Darum ist es unumgänglich, auch über das Jahr 2020 hinaus ständig in die Netzerneuerung zu investieren. Hier wird sich kostentechnisch keine direkte Verbesserung einstellen.

Positive Veränderungen wird es im Zuge der Sanierungsmaßnahmen jedoch bei der Schadensstatistik und in der Materialstatistik geben. Diese hohen Investitionskosten sowie die Tatsache, dass der Wasserpreis in den vergangenen Jahren relativ stabil blieb, erfordern eine Anpassung des Wasserpreises. Der Marktgemeinderat beschloss in seiner Sitzung am 17. November daher, den Wasserpreis zum 1. Januar 2016 um 0,20 Euro/m³ brutto auf nunmehr 1,25 Euro/m³ brutto zu erhöhen. Damit ist das Trinkwasser in Oberstdorf noch immer günstiger als in anderen Gemeinden im Oberallgäu wie beispielsweise Kempten oder Bad Hindelang.

Nähere Informationen zum Oberstdorfer Trinkwasser sowie zu den Aufgaben der Wasserversorgung Oberstdorf finden Sie hier.

MG 2757 BastianMorell
Hochbehälter Schöllang
Wvo