Wasserkraftwerk Illerursprung

Informationen rund um das Bauprojekt Illerursprung

Top

In diesem Bereich wollen wir Sie ausführlich und transparent über den Bau des Wasserkraftwerks Illerursprung informieren.

Als traditionsreiches Oberstdorfer Unternehmen haben wir dieselben Wurzeln wie unsere Kunden und verfolgen die gleichen Ziele: Der Erhalt unserer hohen Lebensqualität und ein wertschätzender Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.

Wir sind uns unserer Verantwortung als regionaler Dienstleister bewusst und wollen mit Engagement und Innovation die Wertschöpfung unserer Heimat steigern und für kommende Generationen erhalten.

Das Vorhaben

Die bestehende und an vielen Stellen sanierungsbedürftige Wasserkraftanlage „Trettach II“ in der Herrmann-von-Barth-Straße wird in den kommenden Jahren durch eine neue Wasserkraftanlage „Illerursprung“ ersetzt.

Die neue Anlage wird eine mehr als vierfach höhere Leistung als "Trettach II" haben und den Anteil an vor Ort erzeugter regenerativer Energie signifikant erhöhen. So wird nicht zuletzt auch Oberstdorfs Unabhängigkeit vom Energiemarkt ausgebaut.

Das Fassungsbauwerk am bestehenden Standort wird erneuert und das Triebwasser in einer 2,35 km langen Druckrohrleitung zum neuen Krafthaus ca. 400 Meter unterhalb des Illerursprungs geleitet.

Häufig gestellte Fragen (FaQ)

Über welchen Zeitraum wird sich das Bauprojekt erstrecken?

  • Der voraussichtliche Baubeginn ist im Frühjahr 2017, Baufertigstellung ist voraussichtlich im Herbst 2018. Entsprechend dem vorläufigen Bauzeitenplan werden die Baumaßnahmen innerorts bereits Ende 2017 abgeschlossen sein.
weiterlesen

Was genau wird gebaut?

  • Die bestehende und an vielen Stellen sanierungsbedürftige Wasserkraftanlage „Trettach II“ wird durch eine neue Wasserkraftanlage „Illerursprung“ ersetzt. Das Fassungsbauwerk am bestehenden Standort wird erneuert und das Triebwasser in einer 2,35 km langen Druckrohrleitung zum neuen Krafthaus ca. 400 Meter unterhalb des Illerursprungs geleitet.
weiterlesen

Welche Vorteile bietet der Bau im Vergleich zur alten Anlage?

  • Höhere Effizienz als Trettach II (hochmoderne Technik; die Nutzfallhöhe erhöht sich von 10 auf 36 m)
  • Mehr als vierfach höherer Energieertrag als Trettach II (von derzeit ca. 1,5 Mio KWh auf ca. 6,3 Mio KWh jährlich nach Baufertigstellung)
  • Erhöhung des Anteils von im Ort erzeugter regenerativer Energie
  • Mehr Unabhängigkeit im Energiebereich für die Marktgemeinde
  • Reduktion der CO2 Emissionen
  • Verbesserter Fischauf- und Abstieg (aktueller Aufstieg bei Trettach II entspricht nicht den aktuellen technischen Anforderungen)
  • Verbesserte Spülung des Geschiebes (funktioniert bei Trettach II nur bedingt)
  • Teilweiser Verbleib des Altarmes des Trettachkanals (auf 50 m Länge im Mündungsbereich zur Trettach; Rückzugsmöglichkeit für Fische bei Hochwasser)
  • Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich des Fassungsbauwerks
  • Verbesserung der Fußgänger-Sicherheit bei der Bushaltestelle durch einen verbreiterten Wartebereich und beim Fußgängerübergang durch eine neue Mittelinsel in der Hermann-von-Barth-Straße
  • Der alte, offene Triebwerkskanal birgt Risiken für die Anwohner; der Rückbau des Kanals schafft neue Grün/Bauflächen; die neue Druckleitung verläuft unterirdisch (unsichtbar)
  • Verlegung der bestehenden Fußgängerbrücke ans Wehr (optische Verbesserung)
  • Unkomplizierte, schnelle Wartung auch aus der Ferne dank modernster Informationstechnik (geringere Betriebskosten)
  • Die Hermann-von-Barth-Str. wird im Zuge der Baumaßnahmen im Baufeld auf gesamter Breite erneuert
  • Mehr Wertschöpfung in der Gemeinde
weiterlesen

Welche Nachteile oder Beeinträchtigungen ergeben sich durch den Bau?

  • Beim Anfahren der Hauptturbine kann es zu kurzfristigen Sunk- und Schwallsituationen in der Trettach kommen (Diese sind gemäß Limnologischen Gutachten jedoch so gering, dass sie keine signifikanten Auswirkungen auf den gewässerökologischen Zustand haben)
  • 25 Meter breiter Waldschlag im Wäldchen südöstlich des Illerdamms zur Verlegung der Druckleitung (wird anschließend mit Strauchgewächsen aufgeforstet)
  • Im Rahmen der Baumaßnahmen kann es zu vorübergehenden allgemeinen Verkehrsbehinderungen kommen
  • Während der Bauphase kommt es zu kleinräumigen Verlagerungen der Abflüsse bei Hochwasser (laut wissenschaftlichen Berechnungen sind diese jedoch vernachlässigbar)
  • Die Eingriffe werden auch nach Baufertigstellung zum Teil noch sichtbar sein (Durch Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen werden diese Bereiche bestmöglich minimiert)
weiterlesen

Haben die Baumaßnahmen Auswirkungen auf das Grundwasser?

  • Das Grundwasser wird durch den Bau weder in seiner Qualität noch mengenmäßig beeinträchtigt. Der bestehende Grundwasserspiegel bleibt erhalten.
weiterlesen

Wird es im laufenden Betrieb zu akustischen Beeinträchtigungen im Bereich der Druckleitung kommen?

  • Nein. Das in der Druckleitung fließende Wasser wird nicht zu hören sein, da die Druckleitung mit etwa 1,5 Meter Erde/Boden bedeckt sein wird. Auch Vibrationen sind nicht zu erwarten.
weiterlesen

Wird das neue Krafthaus am Illerdamm das Landschaftsbild beeinträchtigen?

  • Das neue Krafthaus mit den Maßen 16 × 11 × 7 m etwa 400 m unterhalb des Illerursprungs wird im ortüblichen Baustil ausgeführt und wird sich optisch relativ unauffällig in das Landschaftsbild einfügen.
  • Das Krafthaus wird mit Fenstern ausgestattet, die Passanten einen Blick ins Innere der Anlage ermöglichen.
  • Infotafeln werden Passanten über die Funktionsweise und die Leistungswerte des Wasserkraftwerks informieren.
  • Insgesamt erfährt der Illerradweg durch das „transparente“ Krafthaus und die pädagogischen Aspekte (Infotafeln) eine Aufwertung.
weiterlesen

Werden Ausgleichsmaßnahmen zur Kompensation der Eingriffe in die Natur ergriffen?

  • Es wurde eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. Dem in der Studie ermittelten Kompensationsbedarf wird mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen in vollem Umfang entsprochen.
weiterlesen

Hat der Bau Auswirkungen auf die Fischbestände in den betroffenen Gebieten?

  • Zum Schutz der Fische wird an der Fassung ein Vertikalrechen mit Stababstand von 15 mm eingebaut.
  • Durch eine verringerte Anströmgeschwindigkeit an disen Feinrechen von max. 0,48 m/sek, die Wasserkraftschnecke mit Fischabstiegshilfe und einer Verbesserung des Fischwegs an der Wehranlage wird eine Verbesserung des Fischschutzes im Projektgebiet der Trettach erreicht.
  • Umbau mehrerer Geschiebeschwellen für einen besseren Fisch Auf- und Abstieg.
  • Der bisherige Trettachkanal wird zu einem Nebenarm umgebaut. Dadurch wird der Fischschutz in diesem Bereich der Trettach bei Hochwassersituationen (Rückzugsbereich für Fische) verbessert.
weiterlesen

Wie wird das Thema „regenerative Energie“ für Gäste und Einheimische erlebbar gemacht?

  • Um die Bürger und Gäste regenerative Energie erleben zu lassen, wird das neue Krafthaus am Illerdamm Fenster erhalten, die einen freien Blick ins Innere der Anlage ermöglichen. Zudem werden im Bereich des Krafthauses Infotafeln das Kraftwerk mitsamt der Funktionsweise und den Leistungswerten erklären. Im Bereich des Krafthauses sind öffentliche Ladestationen für E-Bikes vorgesehen, an denen das eigene Fahrrad kostenlos geladen werden kann.
weiterlesen

Wer ist Antragsteller des Vorhabens?

  • Antragsteller des Vorhabens ist die zu den Gemeindewerken Oberstdorf gehörende Energieversorgung Oberstdorf GmbH (EVO).
weiterlesen

Wird der Bau Auswirkungen auf die Wasserqualität der betroffenen Gewässer haben?

  • Nach der Fertigstellung wird das Wasser beider Fließgewässer die gleiche Qualität haben wie vor den Arbeiten. Während der Erdarbeiten wird es zu kurzfristigen Trübungen durch den Eintrag von Sedimenten in Trettach und Iller kommen.
weiterlesen

Glossar

A

Anlage

Bei der neuen Anlage "Illerursprung" handelt es sich um ein Laufwasserkraftwerk.

Ausgleichsmaßnahmen

Es wurde eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. Dem in der Studie ermittelten Kompensationsbedarf wird mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen in vollem Umfang entsprochen.

Artenvielfalt

Die Artenvielfalt in den vom Bau betroffenen Gebieten wird laut der im Vorfeld der Planungen durchgeführten Umweltverträglichkeitsstudie nicht beeinträchtigt.

B

Baumaßnahmen

Die bestehende und an vielen Stellen sanierungsbedürftige Wasserkraftanlage "Trettach II“ wird durch eine neue
Wasserkraftanlage „Illerursprung“ ersetzt. Das Fassungsbauwerk am bestehenden Standort wird erneuert und das Triebwasser in einer 2,35 km langen Druckrohrleitung zum neuen Krafthaus ca. 400 Meter unterhalb des Illerursprungs geleitet.

Baustellen

Hermann-von-Barth-Straße:

  • Ertüchtigung des Fassungsbauwerks
  • Sanierung des Querbauwerks, Maßnahmen zum Hochwasserschutz
  • Bau des Fußgängersteges
  • Teilverfüllung des Trettachkanals
  • Verbreiterung der Trettach-Engstelle am Viehtrieb
  • Verlegung der Druckrohrleitung unter dem Straßenverlauf
  • Unterquerung des Dummelsmoosbaches mit der Druckleitung
  • Erneuerung des Fahrbahnbelags
  • Verbreiterung des Wartebereichs an der Bushaltestelle und Bau einer Mittelinsel

Am Bannholz:

  • Verbreiterung der Trettachsohle

Landwirtschaftliche Flächen südöstlich der Trettach:

  • Verlegung der Druckrohrleitung

Illerdamm, etwa 400m flussabwärts des Illerursprungs:

  • Bau des neuen Krafthauses

Bauträger, Bauherr

Träger des Vorhabens ist die zu den Gemeindewerken Oberstdorf gehörende Energieversorgung Oberstdorf GmbH (EVO)

Beeinträchtigungen durch den Bau

  • Beim Anfahren der Hauptturbine kann es zu kurzfristigen Sunk- und Schwallsituationen in der Trettach kommen (Diese sind gemäß Limnologischen Gutachten jedoch so gering, dass sie keine signifikanten Auswirkungen auf den gewässerökologischen Zustand haben)
  • Ca. 25 Meter breiter Waldschlag im Wäldchen südöstlich des Illerdamms zur Verlegung der Druckleitung (wird anschließend mit Strauchgewächsen aufgeforstet)
  • Im Rahmen der Baumaßnahmen kann es zu vorübergehenden allgemeinen Verkehrsbehinderungen kommen
  • Während der Bauphase kommt es zu kleinräumigen Verlagerungen der Abflüsse bei Hochwasser (laut wissenschaftlichen Berechnungen sind diese jedoch vernachlässigbar)
  • Die Eingriffe werden auch nach Baufertigstellung zum Teil noch sichtbar sein (Durch Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen werden diese Bereiche bestmöglich minimiert).
D

Druckleitung

Das Triebwasser wird vom Fassungsbauwerk mithilfe einer 2,35 km langen Druckrohrleitung mit einem Durchmesser von 2,0 m zum neuen Krafthaus ca. 400 Meter unterhalb des Illerursprungs geleitet.

Dotation

Reicht bei einer Stauanlage die Mindestwassermenge, die funktions- oder bauartbedingt über das Wehr fließen muss ("Überwasser"), nicht aus, um die erforderliche Mindestwassermenge des Gewässers aufrechtzuerhalten, so muss die Wassermenge durch eine zusätzliche, künstliche Wasserzugabe ("Dotierung" oder "Dotation" genannt) gestützt werden. Die Dotierung erfolgt durch das Öffnen einer regulierbaren Absperrung. Für die neue Anlage ist in den sommermonaten (1. April bis 30. September) eine Dotation von 0,8 m³/s + 15 % des Trettachabflusses und für die Wintermonate (1. Oktober bis 31. März) eine Dotation von 0,8 m³/s festgesetzt.

E

Energieerzeugung

Die erzeugte Energie erhöht sich von derzeit ca. 1,5 Mio KWh (Trettach II) auf ca. 6,3 Mio KWh jährlich nach Baufertigstellung

Erdbewegungen, Erdarbeiten

Den größten Teil der Erdbewegungen werden die Arbeiten zur Verlegung der Druckleitung im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen südöstlich der Trettach ausmachen. Einige dieser baulichen Eingriffe werden auch nach Baufertigstellung noch teilweise sichtbar sein. Durch Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen, die im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie festgelegt wurden, werden diese Bereich jedoch so weit wie möglich minimiert.
Zusätzlich werden die gesamten Baumaßnahmen von einer ökologischen Baubegleitung betreut, die ihre Tätigkeit in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Oberallgäu wahrnimmt. Zu den Aufgaben dieser ökologischen Baubegleitung gehören auch die Sicherstellung der Einhaltung der Vorgaben zum Umwelt- und Artenschutz, die Einweisung des Baupersonals sowie die fachlich korrekte Ausführung der Gestaltungs- und Wiederbegrünungsmaßnahmen.
Weitere Erdbewegungen werden in der Hermann-von-Barth-Straße, am Bannholz sowie am Illerdamm stattfinden.

Erneuerbare Energie, EEG

Als erneuerbare Energie wird Energie bezeichnet, die aus regenerativen Energiequellen (Windkraft, Wasserkraft, Gezeitenenergie, etc.) stammt. Im Jahr 2000 hat die Bunderegierung das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschlossen. Das Gesetz schreibt vor, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45 % und bis 2035 auf 55 bis 60 % erhöht werden soll.
Bereits jetzt ist der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen selbst in den Standard-Stromprodukten (42 %) der Energieversorgung Oberstdorf um mehr als 14 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt (27,9 %). Nach der Fertigstellung des Wasserkraftwerks Illerursprung wird sich dieser Wert noch erhöhen.

F

Fassungsbauwerk

Das Fassungsbauwerk am Standort der derzeiten Wasserkraftanlage "Trettach II" wird erneuert und dient nach Fertigstellung als Fassungsbauwerk für die neue Anlage "Illerursprung". Im Rahmen des Hochwasserschutzes Trettach ist eine Ertüchtigung der bestehenden Wehranlage vorgesehen. Die Umsetzung dieser Ertüchtigung wurde in das Bauprojekt "Illerursprung" integriert. Die Wehrklappe und ein Teil der bestehenden Kiesschleuse werden durch ein Schlauchwehr ersetzt, das bei Hochwasser und zur Kiesspülung komplett gelegt werden kann und somit kein potentielles Abflusshindernis mehr darstellt. Durch das Schlauchwehr wird das Stauziel eingestellt. Auch eine Restwasserschnecke sowie eine neue, verbesserte Fischaufstiegshilfe werden in das neue Fassungsbauwerk integriert und die bestehende Fußgängerbrücke auf die Wehranlage verlegt.

Fallhöhe

Die Nutzfallhöhe erhöht sich von 10 Metern beim alten Wasserkraftwerk Trettach II auf 36 Meter beim neuen Wasserkraftwerk Illerursprung.

Fischschutz

Durch eine verringerte Anströmgeschwindigkeit des Feinrechens von max. 0,5 m/sek an der Fassung, die Restwasserschnecke mit Fischabstiegsmöglichkeit und einer Verbesserung des Fischwegs an der Wehranlage wird eine Verbesserung des Fischschutzes von +5 Prozent im Projektgebiet der Trettach erreicht. - Durch den Verbleib eines Teils des Altarms des Trettachkanals im Mündungsbereich zur Trettach wird der Fischschutz in diesem Bereich der Trettach bei Hochwassersituationen (Rückzugsbereich für Fische) verbessert.

G

Grundwasser

Das Grundwasser wird durch den Bau weder in seiner Qualität noch mengenmäßig beeinträchtigt. Der bestehende Grundwasserspiegel bleibt erhalten.

Grundstücke

Besitzer der betroffenen Grundstücke sind die Energieversorgung Oberstdorf, der Markt Oberstdorf, der Freistaat Bayern, der Landkreis Oberallgäu, die Wald- und Weidegenossenschaft Rubi, der Verein der ehem. Rechtler der Gemeinde Oberstdorf sowie zwei Privatpersonen.

H

Hochwasserschutz

Der Hochwasserschutz am Fassungsbauwerk wird sich durch die Baumaßnahmen erheblich verbessern. Während der Bauphase kommt es zu kleinräumigen Verlagerungen der Abflüsse bei Hochwasser (laut wissenschaftlichen Berechnungen sind diese jedoch vernachlässigbar).

I

Illerdamm

Am Illerdamm, etwa 400 m unterhalb des Illerursprungs und orografisch rechtsseitig der Iller und des Illerdammweges entsteht das neue Krafthaus, in dem die 2,35 km lange Druckrohrleitung endet. Hier sind zwei Maschinensätze untergebracht, die die Bewegungsenergie des Triebwassers mittels Turbinen in Elektrizität (6,1 Mio kWh pro jahr) verwandeln. Das Triebwasser wird anschließend über einen Unterwasserkanal in die Iller eingeleitet.

K

Kosten

Krafthaus

Das neue Krafthaus mit den Maßen 16 × 11 × 7 m etwa 400 m unterhalb des Illerursprungs wird im ortsüblichen Baustil ausgeführt und sich mit der Anmutung ähnlich eines Stallbauwerks optisch unauffällig in das Landschaftsbild einfügen. Das Krafthaus wird mit Panoramafenstern ausgestattet, die Passanten einen Blick ins Innere der Anlage ermöglichen und Infotafeln werden über die Funktionsweise und die Leistungswerte des Wasserkraftwerks informieren.

L

Limnologisches Gutachten

Ein limnologisches Gutachten ist eine wissenschaftliche Beurteilung der Auswirkungen von geplanten Baumaßnahmen auf betroffene Binnengewässer und deren Ökosysteme. Die im Vorfeld der Planungen durchgeführte limnologische Untersuchung wurde von der ARGE Limnologie GesmbH aus Innsbruck realisiert.

N

Naturschutz

Der Natur- und Artenschutz hat bei dem gesamten Bauvorhaben höchste Priorität. Es wurden eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie sowie eine limnologische Untersuchung durchgeführt. Dem in der Umweltverträglichkeitsstudie ermittelten Kompensationsbedarf wird mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen in vollem Umfang entsprochen.

P

Projekt

Die bestehende und an vielen Stellen sanierungsbedürftige Wasserkraftanlage "Trettach II“ wird durch eine neue
Wasserkraftanlage „Illerursprung“ ersetzt. Das Fassungsbauwerk am bestehenden Standort wird erneuert und das Triebwasser in einer 2,35 km langen Druckrohrleitung zum neuen Krafthaus ca. 400 Meter unterhalb des Illerursprungs geleitet.

R

Restwassermenge

Als Restwassermenge oder Restabfluss wird bei einem Fließgewässer der Teil des Abflusses genannt, das nach einer Wasserentnahme durch Ausleitung von Wasser flussabwärts im Gewässer verbleibt oder an einer Stauanlage kontinuierlich in den Unterlauf des Gewässers durchgeleitet wird. Rechtlich ist für die bestehende WKA "Trettach II" derzeit keine Restwasserabgabe vorgeschrieben. Über den Fischpass wird die ca. 700 m lange Ausleitungsstrecke jedoch mit rund 100 l/s beschickt. Zur Festlegung der künftigen Restwasserabgabe und Bewertung der Ökologie wurde eine gewässerökologische Untersuchung (limnologisches Gutachten) durchgeführt. Als jahresdurchgängige Mindestrestwassermenge wurden 800 l/s festgelegt.

Restwasserschnecke

Im Fassungsbauwerk wird eine Restwasserschnecke mit einer Schneckenturbine installiert. Die Schnecke hat einen Durchmesser von 2,30 m und dient zur Abgabe des Restwassers. Mithilfe der Schneckenturbine wird zudem Energie erzeugt (ca. 64 kW bei Vollast).

Renaturierung

In allen Bauabschnitten, in denen Erdarbeiten stattfinden, werden die betroffenen Bereiche anschließend wieder renaturiert.

S

Spülung

Durch das neue Fassungsbauwerk wird die Spülung des Geschiebes erheblich verbessert (funktioniert bei Trettach II nur eingeschränkt)

T

Tierschutz

Der Natur- und Artenschutz hat bei dem gesamten Bauvorhaben höchste Priorität. Es wurden eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie sowie eine limnologische Untersuchung durchgeführt. Laut dem limnologischen Gutachten sind die Mindestrestwassermengen zusammengefasst ausreichend, um den Erhalt der gewässertypspezifischen hydromorphologischen Eigenschaften, der typspezifischen Benthoszönosen und Fischzönose des betroffenen Illerabschnittes zu gewährleisten.

Trettachkanal

Der Trettachkanal wird durch die neue Druckleitung nicht mehr benötigt und auf der gesamten Länge verfüllt und renaturiert. Lediglich die letzten 50 Meter im Mündungsbereich zur Trettach verbleiben. Dieser Bereich wird bei Hochwassersituationen als Rückzugsbereich für Fische dienen.

Triebwasser

Triebwasser nennt man das Wasser, welches zum Antrieb der Turbine und damit zur Energieerzeugung genutzt wird. Das Triebwasser wird vom Fassungsbauwerk mithilfe einer 2,35 km langen Druckrohrleitung mit einem Durchmesser von 2,0 m zum neuen Krafthaus ca. 400 Meter unterhalb des Illerursprungs geleitet.

Turbine

Im neuen Krafthaus werden zwei Turbinen das Triebwasser abarbeiten. Je nach Ausgang der Ausschreibung werden entweder zwei Francis-Spiral Turbinen oder zwei Diagonal Turbinen verbaut.

U

Umwelt

Der Natur- und Artenschutz hat bei dem gesamten Bauvorhaben höchste Priorität. Es wurden eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie sowie eine limnologische Untersuchung durchgeführt. Dem in der Umweltverträglichkeitsstudie ermittelten Kompensationsbedarf wird mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen in vollem Umfang entsprochen.

Umweltverträglichkeit

Es wurde eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. Dem in der Studie ermittelten Kompensationsbedarf wird mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen in vollem Umfang entsprochen.

V

Verkehrsbehinderungen

Im Rahmen der Baumaßnahmen kann es zu vorübergehenden allgemeinen Verkehrsbehinderungen kommen

Vorteile des Baus/Verbesserungen

  • Höhere Effizienz als Trettach II (hochmoderne Technik; die Nutzfallhöhe erhöht sich von 10 auf 36 m)
  • Mehr als vierfach höherer Energieertrag als Trettach II (von derzeit 1,5 Mio KWh auf 6,3 Mio KWh jährlich nach Baufertigstellung)
  • Erhöhung des Anteils von im Ort erzeugten regenerativen Energie
  • Reduktion der Co2 Emissionen * Verbesserter Fischauf- und Abstieg (aktueller Aufstieg bei Trettach II funktioniert nicht)
  • Verbesserte Spülung des Geschiebes (funktioniert bei Trettach II nur eingeschränkt)
  • Teilweiser Verbleib des Altarmes des Trettachkanals (auf 50 m Länge im Mündungsbereich zur Iller; Rückzugsmöglichkeit für Fische bei Hochwasser)
  • Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich des Fassungsbauwerks
  • Verbesserung der Fußgänger-Sicherheit bei der Bushaltestelle durch einen verbreiterten Wartebereich und beim Fußgängerübergang durch eine neue Mittelinsel in der Hermann-von-Barth-Straße
  • Der alte, offene Triebwerkskanal birgt Risiken für die Anwohner; die Verfüllung des Kanals schafft neue Grün/Bauflächen; die neue Druckleitung verläuft unterirdisch (unsichtbar)
  • Verlegung der bestehenden Fußgängerbrücke ans Wehr (optische Verbesserung)
  • Automatische Abschaltung des Kraftwerks bei Hochwasser
  • Mehr Unabhängigkeit im Energiebereich für die Marktgemeinde
  • Mehr Wertschöpfung in der Gemeinde
  • Unkomplizierte, schnelle Wartung auch aus der Ferne dank modernster Informationstechnik (geringere Betriebskosten)
  • Die Hermann-von-Barth-Str. wird im Zuge der Baumaßnahmen im Baufeld auf gesamter Breite erneuert

Vegetation

Der Natur- und Artenschutz hat bei dem gesamten Bauvorhaben höchste Priorität. Im Vorfeld der Planungen wurde eine wissenschaftliche Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. Die Baumaßnahmen erfordern einige unvermeidbare Eingriffe in die Vegetation, von denen manche auch nach Baufertigstellung noch teilweise sichtbar sein werden. Durch Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen, die im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie festgelegt wurden, werden diese Bereich jedoch so weit wie möglich minimiert. Zusätzlich werden die gesamten Baumaßnahmen von einer ökologischen Baubegleitung betreut, die ihre Tätigkeit in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Oberallgäu wahrnimmt. Zu den Aufgaben dieser ökologischen Baubegleitung gehören auch die Sicherstellung der Einhaltung der Vorgaben zum Umwelt- und Artenschutz, die Einweisung des Baupersonals sowie die fachlich korrekte Ausführung der Gestaltungs- und Wiederbegrünungsmaßnahmen. Dem in der Umweltverträglichkeitsstudie ermittelten Kompensationsbedarf wird mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen in vollem Umfang entsprochen.

W

Wasserkraftwerk

Ein Wasserkraftwerk oder auch Wasserkraftanlage ist ein Kraftwerk, das die kinetische Energie des Wassers in mechanische Energie bzw. elektrische Energie umwandelt. Damit wird die Wasserkraft für den Menschen nutzbar gemacht. Dies kann u. a. durch Turbinen an Fließgewässern oder Staudämmen erfolgen, oder durch Strömungs- und Gezeitenkraftwerke auf dem Meer. Bei dem Wasserkraftwerk "Illerursprung" handelt es sich um ein Laufwasserkraftwerk.

Wasserqualität

Obwohl es während des Baus zu temporären Trübungen und Feinstoffeinträgen in Trettach und Iller kommen kann, werden beide Gewässer nach der Fertigstellung die gleiche Wasserqualität aufweisen wie vor dem Bau

Z

Zeitplan

Der voraussichtliche Baubeginn ist im Frühjahr 2017, Baufertigstellung ist voraussichtlich im Frühjahr 2018